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Wasserhahn im Bad richtig entkalken: Hausmittel und Tipps für die Reinigung

Blank poliert glänzen die Armaturen im Badezimmer, das weiche Licht der dezenten Beleuchtung wird vom Wasserhahn reflektiert und fällt auf ein strahlend sauberes Waschbecken. Halt! Sieht die Realität nicht eher so aus: Weiße Kalkränder verunstalten den einst glänzenden Wasserhahn, stumpfe Schlieren liegen über den Armaturen, und das Waschbecken wirkt stumpf? Wie bringst du dein Badezimmer wieder zum Strahlen? Wir verraten dir wertvolle Tipps und Haushaltsmittel für die Entkalkung deiner Badarmaturen.

Kalk sitzt nicht nur außen

Die Kalkränder, die deutlich sichtbar außen an den Armaturen sitzen, sind ein rein kosmetisches Problem. Das sieht nicht so schön aus, klar, aber viel schlimmer ist doch eigentlich der Kalk, der unsichtbar innen im Wasserhahn und im Brausekopf der Dusche sitzt. Denn der führt dazu
– dass das Wasser mit immer weniger Druck aus der Leitung kommt,
– dass es in alle möglichen Richtungen spritzt
– dass die Gummidichtungen porös und brüchig werden,
– dass du die beweglichen Teile der Armaturen nicht mehr auseinander bekommst.

Denn Kalk setzt sich überall ab, wo das Wasser hingelangt. Deine Armaturen sehen verkalkt nicht nur heruntergekommen aus, sondern sie altern auch schneller. Regelmäßiges Reinigen hilft dabei: Kalk lagert sich langsam nach und nach ab. Wenn du also immer wieder die kleinen Ablagerungen entfernst, dann hast du das Problem eigentlich schon gelöst.

Regelmäßiges Reinigen verhindert Kalkablagerungen auf Armaturen – auch auf farbigen Armaturen; Foto: hansgrohe

Was ist Kalk überhaupt?

Man spricht immer von hartem Wasser und von Kalk. Aber was steckt eigentlich hinter den weißen Schlieren? Deutsches Leitungswasser kommt teilweise aus recht tiefen Gesteinsschichten. Es legt einen langen Weg durch mineralienhaltige Erdschichten zurück, sickert durch feinste Ritzen in Felsen, sammelt unterwegs alle möglichen Mineralstoffe und Spurenelemente ein. Die sind dann im Leitungswasser gelöst. Das ist einerseits gut, denn so leistet das Wasser, das du trinkst, einen wichtigen Beitrag zu einer ausgewogenen Ernährung. Nicht so gut ist, dass sich diese Mineralstoffe an allen möglichen Oberflächen ablagern. Das tun sie überall dort, wo das Wasser fließt. In den Rohren und Leitungen passiert das also genauso wie im Perlator (dem Sieb am Auslauf des Wasserhahns) und in deiner Badewanne, in der Kaffeemaschine und in der Dushkabine. Also genau dort, wo du Mineralstoffe eigentlich nicht benötigst.

Säure löst Kalk

Viele Reiniger für das Badezimmer enthalten Zitronensäure oder Essig, denn Kalk löst sich in Säure auf. Die Oberflächen im Badezimmer kannst du also ganz einfach mit Zitronensaft reinigen. Oder du gibst etwas Essig-Essenz in das Putzwasser. Reinigungsmittel aus dem Drogeriemarkt benötigst du eigentlich nicht. Denn in diesen Reinigungsmitteln ist die Konzentration an Säure so niedrig, dass sie gegen Kalk oft nichts ausrichten können. Sie enthalten stattdessen Chemikalien, die empfindliche Armaturen angreifen können, oder Scheuermittel, die dein Waschbecken zerkratzen, und müssen außerdem unter hohem Aufwand aus dem Abwasser gefiltert werden.

Auch smarte Armaturen wie die KWC ONO touch light PRO von KWC muss ab und an von Kalk befreit werden; Foto: KWC

Wasserhahn von Kalk befreien – Schritt für Schritt

Die Reinigung der gut sichtbaren Oberflächen im Badezimmer ist recht einfach: Essig-Essenz oder Zitronensäure im Putzwasser lösen, mit einem darin getränkten Lappen abwischen, mit klarem Wasser nachwischen, trockenreiben, fertig. Aber wie kannst du den Wasserhahn von innen reinigen? Mit ein bisschen Werkzeug ist das gar nicht schwer. In der Regel reicht es, wenn du den Perlator (beziehungsweise bei der Dusche den Brausekopf) reinigst. Die Vorgehensweise ist grob gleich.

1. Schraube mit einer Armaturenzange oder einer stoffumwickelten Rohrzange den Perlator vom Wasserhahn ab. Bitte achte darauf, dass du die Düse nicht zerkratzt (deshalb auch das Stück Stoff).

2. Zerlege den Perlator in seine Teile. Du hast am Ende einen Dichtungsring, ein Sieb und eine Überwurfmutter – manchmal unterscheidet sich die Bauweise des Perlators aber auch.

3. Mische ein Teil Essig-Essenz mit drei Teilen Wasser. Je nachdem, wie viel Reinigungslösung du benötigst, nimmst du als Maßeinheit eine Tasse Essig-Essenz auf drei Tassen Wasser oder 200 ml Essig-Essenz auf 600 ml Wasser. Wenn du den Geruch von Essig nicht magst, kannst du auch Zitronensäurepulver in Wasser lösen. Richte dich bei der Dosierung nach den Herstellerangaben.

4. Essig-Essenz ist effektiver, wenn sie leicht erhitzt ist. Die Lösung darf aber nicht kochen. Lege die Teile deines Wasserhahns in die warme Lösung. Dichtungsringe halten hohe Temperaturen nicht aus, also bitte nicht zu heiß machen.

5. Lass die Teile deines Wasserhahns über Nacht in der Lösung liegen. Am nächsten Morgen spülst du sie unter klarem Wasser ab. Übrige Kalkreste schrubbst du mit einer alten Zahnbürste oder einem Handbürstchen ab.

6. Fertig! Setze den Perlator einfach wieder zusammen. Beim nächsten Kalkproblem gehst du genauso vor. Meist reicht es, den Wasserhahn einmal im Jahr zu entkalken. 

Wenn der ganze Hahn betroffen ist

Bei stark kalkhaltigem Wasser kann es nötig sein, den gesamten Wasserhahn zu demontieren. Drehe zuerst den Haupthahn und die Absperrventile zu. Öffne den Hahn, damit das Restwasser abfließen kann. Stell einen Eimer unter das Waschbecken und entferne mit einer Rohrzange die Überwurfmutter der Schlauchverbindung unter dem Waschbecken. Jetzt ziehst du die Unterlegscheibe mitsamt der Halteplatte heraus. Den Wasserhahn kannst du jetzt nach oben aus dem Loch nehmen. Die einzelnen Bauteile reinigst du wie oben beschrieben und baust sie danach wieder ein.

Nicht nur der Wasserhahn, sondern auch Duschbrausen; Foto: hansgrohe

Fazit: Wasserhahn von Kalk entfernen – So einfach ist die Reinigung der Armaturen

Wie viel Kalk sich auf deinen Armaturen ablagert, hängt nicht nur davon ab, wie oft und gründlich du den Wasserhahn reinigst. Regelmäßiges Reinigen hilft definitiv und wenn du kleine Kalkablagerungen fortlaufend entfernst, dann hast du eigentlich schon genug vorgesorgt. Allerdings kann es bei stark kalkhaltigem Wasser nötig sein, den Perlator ab und an mit Säure wie Zitrone oder Essig zu entkalken.

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